Zum Landesaktionsplan gegen Antisemitismus und für die Förderung der Sichtbarkeit jüdischen Lebens in Schleswig-Holstein sagt die Sprecherin für Antidiskriminierung der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Nelly Waldeck:
„Antisemitismus bedroht nicht nur Jüd*innen. Antisemitismus greift unsere offene Gesellschaft und unsere Demokratie an. Deshalb ist es richtig und notwendig, dass Schleswig-Holstein jetzt konkrete Maßnahmen bündelt und neue Schritte geht.
Besonders wichtig ist mir: Es darf nicht allein darum gehen, jüdisches Leben zu schützen. Jüdisches Leben gehört selbstverständlich zu Schleswig-Holstein. Es ist überall im Land sichtbar, vielfältig und in der Gesellschaft verankert. Wer jüdisches Leben nur dann thematisiert, wenn es um Antisemitismus, die Shoah oder Sicherheitsfragen geht, wird der Realität jüdischen Lebens nicht gerecht.
Mit 31 neuen Maßnahmen ergänzt der Landesaktionsplan die bereits bestehenden 77 Aktivitäten des Landes. Dazu gehören unter anderem eine stärkere Antisemitismusprävention im Bildungsbereich, neue Fortbildungsangebote, die Prüfung von Antisemitismusbeauftragten an staatlichen Hochschulen, eine stärkere Berücksichtigung jüdischer Feiertage bei Prüfungen und eine dauerhafte Ringvorlesung zu pluraler Erinnerungskultur und Antisemitismusprävention.
Ich freue mich auf die Umsetzung in der Praxis. Lehrer*innen, Polizei, Justiz, Hochschulen, Verwaltung, Kultur und Sport müssen wissen, wie Antisemitismus erkannt wird und wie sie ihm wirksam entgegentreten können. Gleichzeitig brauchen Betroffene verlässliche Anlaufstellen und Strukturen, die ihnen zuhören, sie unterstützen und ihre Perspektiven ernst nehmen.“
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