Auch heute noch hängen die Chancen, die Menschen im Leben haben, stark von Faktoren ab, auf die sie selbst kaum Einfluss haben. Die soziale Herkunft, das Geschlecht oder die religiöse Zugehörigkeit prägen weiterhin maßgeblich, welchen Bildungsweg jemand einschlagen kann, welche Möglichkeiten sich auf dem Arbeitsmarkt eröffnen oder wie gut der Zugang zu gesundheitlicher Versorgung ist. Diese Ungleichheiten sind nicht zufällig, sondern strukturell verankert. Sie führen dazu, dass viele Menschen dauerhaft benachteiligt werden und ihr Potenzial nicht entfalten können. Eine wirklich gerechte Gesellschaft muss genau hier ansetzen und dafür sorgen, dass alle Menschen unabhängig von ihren Ausgangsbedingungen gleichberechtigt teilhaben können.
Sozialpolitik trägt eine zentrale Verantwortung, diese Voraussetzungen zu schaffen. Es geht darum, Strukturen so zu gestalten, dass sie Chancen eröffnen statt sie zu begrenzen. Dazu gehört, konsequent in Bildung zu investieren und soziale Sicherheit zu stärken, damit niemand aus Angst vor Armut oder Absturz auf Möglichkeiten verzichten muss. Ebenso wichtig ist es, bestehende Lohnunterschiede abzubauen und faire sowie sichere Arbeitsverhältnisse zu fördern. Wer arbeitet, muss von seiner Arbeit leben können und darf nicht in Unsicherheit gedrängt werden. Chancengleichheit entsteht nicht von selbst, sie ist das Ergebnis politischer Entscheidungen und langfristiger Investitionen.
Dabei dürfen soziale Fragen nicht isoliert betrachtet werden. Gerade der Klimawandel zeigt deutlich, wie eng soziale und ökologische Gerechtigkeit miteinander verbunden sind. Seine Folgen treffen nicht alle Menschen gleichermaßen. Besonders betroffen sind häufig diejenigen, die ohnehin weniger finanzielle und soziale Ressourcen haben. Sie wohnen öfter in schlecht isolierten Wohnungen, sind stärker von Hitze, Überschwemmungen oder anderen Extremwetterereignissen betroffen und haben weniger Möglichkeiten, sich gegen diese Belastungen zu schützen oder sich an neue Bedingungen anzupassen. Wenn Klimapolitik diese Realität ignoriert, verstärkt sie bestehende Ungleichheiten statt sie abzubauen.
Eine sozial gerechte Klimapolitik muss deshalb beides zusammendenken. Klimaschutzmaßnahmen müssen nicht nur wirksam für Umwelt und Klima sein, sondern auch fair gestaltet werden. Konkret heißt das, Energiearmut entschieden zu bekämpfen, damit steigende Kosten für Strom und Wärme nicht zur sozialen Frage werden. Es bedeutet auch, nachhaltige Mobilität so auszubauen, dass sie für alle zugänglich ist und nicht vom Einkommen abhängt. Förderprogramme müssen gezielt diejenigen unterstützen, die sich den Umstieg auf klimafreundliche Technologien nicht ohne Hilfe leisten können. Klimaschutz darf kein Luxusprojekt sein, sondern muss allen Menschen zugutekommen.
Sozialpolitik ist deshalb ein grundlegendes Feld politischer Gestaltung. Sie darf sich nicht auf kurzfristige Entlastungen beschränken, sondern muss auf dauerhafte strukturelle Veränderungen zielen. Nur wenn soziale Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Sicherheit zusammen gedacht werden, kann eine Gesellschaft entstehen, in der niemand zurückgelassen wird und alle eine faire Chance auf ein gutes Leben haben.
Was ich bisher erreicht habe:
- Einführung eines Tafelförderungsprogrammes
- Auf parlamentarischen Antrag unserer Fraktion gab es eine Bundesratsinitiative für Elterngeld für Pflegeeltern
- Sozialberufeanerkennungsgesetz wurde beschlossen
- Streichung verpflichtendes Verwaltungspraktikum
- Reduzierung der Anforderungen für Erzieher*innen und Menschen mit Berufserfahrung in der sozialen Arbeit
- Veranstaltung einer Tour mit Treffen mit verschiedenen Akteuren der Wohnungslosenhilfe und dem psychosozialen Dienst
- Das Entgelt-Rahmenabkommen wird zum verpflichtenden Standard
- Studienplätze in der sozialen Arbeit wurden erhöht